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    Farbenchaos bei Rainer.xD

Schreibwerkstatt Gewinner  

Datum
12. Juli 2010, 14:17 Uhr
Autor
killboy246
Kategorie
Schweiz

Mal wieder steht der Gewinner der Schreibwerkstatt im Habbo Hotel Schweiz fest. Das Thema lautete  “Schatten an der Wand“. Es gab viele gute Einsendungen. Der Jury gefiel am besten die Geschichte von BloodyAce. Das nächste Thema lautet “Die Verwandlung“. Bewerben kannst du dich im Gruppenforum der Schreibwerkstatt. Die Jury schreibt sich außerdem absofort alle Habbos auf, die eine Geschichte kopieren. Diese werden für alle weiteren Schreibwerkstatt-Wettbewerbe disqualifiziert.

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Schatten an der Wand

Ich hatte es mir an meinem Schreibtisch gemütlich gemacht, ich sass in meinem weichen, bequemen Schreibtischstuhl und versuchte mich auf meine Aufgaben zu konzentrieren. Der Kauf des Stuhles war nicht die beste Idee gewesen, er war zu bequem für einen Arbeitsstuhl. Wenn ich mich darauf setzte, versank ich in das weiche Polster und die Lust zum Arbeiten, die bei mir sowieso nie besonders hoch gewesen war, verschwand auf ein Minimum. Eine grosse Kanne mit kaltem Eistee stand neben mir bereit und wartet nur darauf, dass ich ihn hinunterstürzen würde. Vor mir lagen meine Schulhefte, die mich jedoch wenig dazu verleite-ten etwas hineinzuschreiben. Ich hatte das Fenster geschlossen und die Rollläden ganz nach unten gekurbelt. Es war Sommer, die heisseste Zeit im Jahr, und um meine Arbeit etwas angenehmer zu gestalten, hatte ich versucht die Hitze einfach auszusperren. Ich war jedoch nicht besonders erfolgreich gewesen. Die Schreibtischlampe brannte mit voller Kraft schonungslos auf mich hinunter, was nicht zu einer Minderung der Hitze führte. Trotzdem machte ich mich an meine Arbeit. Nächste Woche stand ein wichtiger Test an und ich ver-suchte Unmengen von Informationen und Jahreszahlen in meinen Kopf zu bekommen.

Nachdem ich den gleichen Abschnitt dreimal gelesen hatte, nichts in meinem Kopf behielt und die Buchstaben sich langsam zu drehen schienen, gab ich auf. Ich sank weiter in meinen Stuhl hinein. Ich schloss meine Augen und fing an mich zu drehen, zuerst langsam und dann immer schneller. Als der Stuhl zum Stillstand kam, hatte ich dem Schreibtisch den Rücken gekehrt und starrte an meine Zimmerwand. Ich hatte mir noch nie Gedanken über meinen Schatten gemacht, doch jetzt, wo er gross an der Wand hing und mich nur meine langweiligen Schulbücher erwarteten, fing ich damit an. Ich wusste nicht ob es der Hitze oder dem Überfluss von Eistee zu verdanken war, doch ich wurde sentimental. Ich bekam ein schlechtes Gewissen, mein Schatten, er war immer da, er war ständig an meiner Seite und ich hatte ihm noch nie meine Aufmerksamkeit geschenkt. Ich starrte meinen Schatten an, wie er zuerst auf meinem Bücherregal zu sehen war und dann einfach auf die Wand hinüberging. War mein Schatten wirklich mein ständiger Begleiter? Bei sonnigen Tagen war er stets an meiner Seite, doch wenn sich eine Wolke vor die Sonne drängte, dann verschwand er. Mein Schatten existierte nur bei Licht, ohne Licht würde es keinen Schatten geben. Wo Licht war, war auch Schatten. Doch wenn die Lichtquelle verschwinden würde, dann gäbe es nur noch Dunkelheit und keine Schatten mehr. Er verschwand dann einfach. Ich kratzte mich an der Nase und mein Schatten tat dasselbe. Auf der anderen Seite zwang ich ihm jede meiner Bewegungen auf, das war wohl Strafe genug. Ich drehte meinem Schatten den Rücken zu und lernte weiter. Ich lächelte. Das Lernen erschien mir plötzlich nicht mehr hoffnungslos, ich hatte einen Freund an meiner Seite, der Schatten an der Wand.