Schreibwerkstatt Gewinner  

Datum
29. Oktober 2010, 19:59 Uhr
Autor
cordisuperstar
Kategorie
Deutschland

Das letzte Thema in Neuromancers Schreibwerkstatt war „Neue Freunde“. Nachdem der Gewinner des Gedichtes dieses Mottos schon vor einiger Zeit bekannt gegeben wurde, folgte heute noch der Autor der besten Geschichte. Unter vielen tollen Einsendungen hat sich style@cool@girl mit ihrer Geschichte „Tierisch gute Freunde“ durchgesetzt. Direkt wurde das neue Thema bekannt gegeben: „Das Monster in mir“. Deine Geschichten und Gedichte kannst du bis zum Freitag, den 12. November, um 12 Uhr mittags im Gruppenforum posten. Um es noch ein bischen spannender zu machen, muss das Wort „Pusteblume“ mindestens zweimal vorkommen! Da die Schreibwerkstatt vor kurzem 1 Jahr alt wurde,  hat jedes Gruppenmitglied der Schreibwerkstatt ein kleines Geschenk bekommen.

Klicke auf „weiterlesen“, um die Gewinner-Geschichte lesen zu können.

Tierisch gute Freunde

“Bis heute Nachmittag, was auch immer du von mir willst!“, murmelte ich. Soey wandte mir den Rücken zu. Sie war meine Beste Freundin. Obwohl, war sie das wirklich? Ich watschelte müde und erschöpft zum Auto meiner Mutter. Sie holte mich wie fast jeden Tag ab, es traf sich gut das sie genau dann ihre 2- stündige Mittagspause hatte wenn ich die Schule verließ. Ich war dann meist so geschafft das ich mich zu Hause ins Bett legte und darauf wartete das ich mich entspannte. Im Auto begrüßte Mom mich mit einem überfreundlichem „Hallo“ und lächelte mir zu. „Lächeln kostet nix deshalb schenkt es jedem“, sagte sie immer. Ich schleuderte den Ranzen in den Kofferraum und lächelte halb zurück. Ich war fertig mit den Nerven. Das Leben war wie eine Rose, nur im Sommer blüht sie. Und der ist leider nur einmal im Jahr. Seufzend dachte ich daran das Soey meine einzige Freundin war- und SIE wollte mit mir reden. Das wollte sie sonst nie, da musste etwas passiert sein. Ich wusste es.
Zu Hause lag ich im Bett und starrte an die weiße Decke. Verbogene Nägel waren zu sehen, sie waren schon verrostet. Die Sonne schien goldgelb in das Fenster und stach mir in den Augen. Heute würde ich mich mit Soey treffen und das himmlische Wetter würde danach nicht mehr schön sein, seidem sie will nur sagen das ich die tollste bin, was wohl ziemlich unwahrscheinlich ist. Ich traf mich nicht oft mit meiner einzigen Freundin. Sie hatte genug andere Freunde mit denen sie den Nachmittag verbringen konnte. Das machte mir zu schaffen: Wenn die anderen mich doof fanden und Soey die Freundschaft kündigten- wegen mir, was dann? Ich wr immer so fertig und war ihnen keine große Hilfe-ja, aber dafür konnte ich doch nix. Nachdem mein Vater mich verlassen hatte war ich immer so fertig gewesen. Dazu kam das mit meinen wenigen Freunden. Ich war schon immer nicht geliebt gewesen, aber als wir in diese Dorf gezogen waren war es ausgeartet. Ich hatte exakt null Freunde hier- außer Soey. Und diese Freundschaft stand auch schon seit längerem auf der Kippe…
Ich zog mir grüne Shorts und ein khakifarbenes T-Shirt an, setzte mir eine Ballonmütze auf das kastanienbraune Haar uund verschwand aus dem Haus. Ich nahm mein Fahrard und radelte zu Soey, in die Stielerstraße 16. Keine 2 Kilometer von mir entfernt. Ich sah meine Freundin schon winken als ich in die Gasse bog die zu ihrem grünen Haus führte. Sie war hübsch, mit ihrem schwarzen mysteriösem Haar und dem olivfarbenen Teint. Ihre Brille war rot und stand ihr gut- irgendwie sah sie ohne Brille sogar richtig doof aus. Die Sonne blendete mich und ich zog die Ballonmütze tiefer. „Hallo Soey, was gibt´s?“. Ich sah sie fragend an. „Ich wollte mit dir reden, lass und reingehen. Ich mache dir einen Drink und dann reden wir“, erklärte sie ausweichend. Ich ging herein und wartete auf ihre Erklärung. Sie stellte mir eine kühlen Drink hin und begann. „Machen wir´s kurz. Ich möchte nicht mehr mit dir Heulsuse befreundet sein, du bist nie mal nicht >fertig< und heultst mir die Ohren voll“, sagte sie eiskalt. Ich begann zu heulen. „Du dumme Kuh, was weißt du denn schon vom Leben? Dir wurde doch immer alles in den bobba gesteckt“, schrie ich, begab mich zur Tür und schlug sie von außen zu. „Ich schüttelte enttäuscht den Kopf. So eine dumme Kuh! Ich konnte nicht mehr, ließ mich auf die Bank fallen. Da sah ich eine Kaninchenfamilie die sich ganz nah am Straßenrand befand. Die kleinen waren wirklich zum Knuddeln doch auch die Mutter war unglaublich süß. Ein Auto fuhr vorbei und wirbelte etwas Staub auf. Ich sah die kleinen nicht mehr. Wo waren sie?
Der Staub verschwand so schnell wie er gekommen war. Ich sah die Tierchen und musste erneut weinen. Ein leichtes Wimmern entfuhr mir. „Ich muss sie retten“, dachte ich. Sie saßen auf der Straßen- sie mussten irgendetwas mit den Pfötchen haben- und konnten nicht weiter. Ein silberner Porsche kam angesaust. Ich sprang auf die Straße und rettete die Tiere. Ich hielt das Auto an, erklärte ihm mein Problem. Der Fahrer fuhr mich nach Hause. Sofort rannte ich zu meiner Mutter und erklärte auch ihr mein Problem. Natürlich hatte ich die Kaninchenfamilie mitgenommen, aber wohin damit nun? Meine Mom erklärte „Wir müssen ein zu Hause für sie finden. Setz dich hinters Telefon“. Das tat ich. Das Lich der Sonne blendete aber ich musste eine Familie für die Tiere finden. Ich musste es einfach. Ich rief alle Kleintierheime an und wählte wahlos ein paar Nummern aus dem Telefonbuch. Doch niemand wollte die Familie- auch kein einzelnes Tier. Ich gab eine Anzeige in der Zeitung auf und kümmerte mich in meiner Freizeit um meinen „Fund“. Es wollte einfach niemand die Tiere. „Mom“, rief ich in die Küche. „Ich muss die Tiere behalten, bitte. Wir können sie nicht auf einen Bauernhof geben auf den sie geschlachtet werden. Ich weinte. „Schon gut, behalt sie“, willigte Mom ein. „Jaaaaaaaaaaa“, schrie ich freudig. Ich rannte in mein Zimmer und streichelte jedes einzelne Tier.
Ich hatte neue Freunde gefunden. Freunde für die Ewigkeit. Freunde für immer.

2 Kommentare zu “Schreibwerkstatt Gewinner”

@Christian schrieb am 29. Oktober 2010 um 21:20 #

Endlich mal ein ‘NoName’ Habbo


cordisuperstar schrieb am 29. Oktober 2010 um 21:26 #

Jo. Einer den wohl wirklich niemand kennt. Hgw an style@cool@girl =)