Heute hat Habbonews ihre Version3 online gesetzt. Normalerweise bringt ein neues Styling für eine Webseite immer frischen Wind in ihre Community, aber ich hatte etwas zu kritisieren und äußerte meine Kritik im Infocenter von HabboNews. Hätte ich das doch nur nicht laut gesagt, denn ein Zuhörender sprang plötzlich auf und rief: „Stimmt, das schreib ich sofort ins Ranking! Man ist das neue Design schlecht!“ Der Zuhörer gab sich als Redakteur einer Kritik Seite für Habbo aus und wollte alle Hebel in Bewegung setzen, Habbonews mit einer schlechten Kritik zu strafen, was seinerseits zu wüsten Beschimpfungen in deren Infocenter führte. Schließlich stellte sich heraus, dass der User gar nicht zu der Kritikseite gehörte. Es ist ein tägliches Beispiel dafür, wie einige Fanseiten ihre Konkurrenz angreifen, und eine der Grundlagen für den Krieg zwischen ihnen, obwohl die andere Partei gar kein Interesse daran hat.
Eigentlich sollten wir froh über unsere Fanseiten sein. Wie im echten Leben gibt es für die User genug Fanseiten wie Tageszeitungen und in jeder stehen die aktuellsten Infos rund um das Hotel. Außerdem haben wir eine Vielzahl von Fanradios, jedes mit eigenen Moderatoren, pardon DJ’s und mit eigenen Musikrichtungen. Eigentlich sollten wir stolz auf unser deutsches Hotel sein, dass wir Newsseiten, Preislisten und Radios in dieser Anzahl haben, und manche Seiten haben alles in einem. Sogar eine Art Fernsehsender haben wir, uns geht’s also richtig gut…
…wenn da nicht die Korruption, der Betrug, und die List wäre, die uns auf der ganzen Welt erwartet und erfasst. Und plötzlich sieht man das Angebot an Fanseiten aus einem ganz anderen Blickwinkel: Wir Habbos aus Deutschland haben Fanseiten, die die beste Fanseite ihres Gebiets von allen sein wollen. Fanseiten, die mit ihrer reinen Existenz nicht zufrieden sind und an die Spitze wollen, und das um jeden Preis. Natürlich nicht alle, aber die, wo es tun, sind schon zu viele. Und DAS war erst der Anfang!
Blicken wir doch auf früher zurück, auf die Anfänge der Fanseiten: Damals gab es eine übersichtliche Zahl offizieller Fanseiten, die jeder kannte, mit einem moderaten Angebot an Features. Wo anfangs nur bessere News-Seiten zu sehen waren, entwickelten sich Communityforen, alle möglichen Tools für Liebhaber und Lexika mit Insiderwissen. Schließlich kamen anspruchsvolle Projekte wie das 1. Internetradio, gut sortierte Preislisten und Badgescanner hinzu. So wie Sulake seinen virtuellen Chat immer funktionaler und schöner machte, so blieben auch die Fanseiten nicht in der Zeit stehen und entwickelten sich. Die Leitungen verstanden ihr Handwerk und steckten ihr Herzblut in die Webseiten, für ein Habbo Hotel, was besser sein sollte, als die reine Arbeit von Sulake. Ähnlich wie die Medien in der analogen Welt.
Aber, ähnlich wie in der Realität, gibt es auch immer „Medien“, die ebenfalls etwas erreichen wollen. Zum einen sind das kostenlose Zeitungen, die man immer wieder genervt im Briefkasten findet und eher als Brennstoff verwendet, da sich darin mehr Werbung als Wissen befindet. Andere versuchen, durch zweifelhaftes, ja eher abstoßendes und intimes Wissen die Konkurrenz zu übertrumpfen, und machen dort vor Skandalen nicht halt. Die Redaktionen sind korrupt, und nehmen jede Story, die skandalös genug ist, um ein bisschen mehr Geld zu verdienen. Und das setzte sich bei unseren Fanseiten nahtlos fort.
Zum einen gibt es die NoName-Fanseiten, die zwar kein Geld haben, aber trotzdem bekannt werden wollen. Und in der heutigen Zeit des WWW kann sich jeder HTML-Anfänger mit Webseiten-Baukästen und ähnlichem zu einer Fanseite behelfen. Nur haben diese kaum Erfolg und nerven mit Werbebannern von irgendwelchen Abzockerfirmen. Aber diese Fanseiten sind noch das kleinere Übel, denn jeder hat ein Recht auf eigene Projekte.
Bei weitem schlimmer sind die Fanseiten mit richtigem Aufbau, die sich aber nicht mit einfachen Newsartikeln zufrieden geben, sondern alles tun, um erfolgreich zu sein. Seien es neue Tools fürs Habbo, oder auch kreative Mittel, sich als Fanseitenbesitzer für immer zu verewigen, sie sind zu allem bereit, solange es die gewünschte Wirkung erzielt. Und nun kommen Korruption, Habgier, Betrug und andere schändliche Dinge ins Spiel, die eigentlich in einem Kinderchat nichts zu suchen haben…Obwohl, wer spricht bei Habbo noch von einem Kinderchat. An einem Ort, wo täglich Leute um ihre Möbel gebracht werden und alles tun, um möglichst „reich“ zu sein, wundert das Fanseitenverhalten nicht mehr.
Und nun betrachten wir nochmal die bekanntesten Fanseiten aus diesem dritten, unschönen Blickwinkel: Bei den Newsseiten hält sich der Krieg bisher in Grenzen, obwohl jede von ihnen die Seite Nummer 1 sein will. Dafür haben wir eine „Like Bild“-Fanseite, die sich einzig und allein darauf bezieht, Kritik auf Fanseiten auszuüben, und dabei nehmen sie kein Blatt vor den Mund, auch wenn manche Autoren gerne mal die Wahrheit verdrehen. Mit ihren Artikel decken sie eiskalt die Wahrheit auf, wodurch man vor manchen Fanseiten schon mal Reißaus nimmt. So bekommen Autoren eine gewisse Macht, Fanseitenbetreiber zu beeinflussen, obwohl das schon mehr als Erpressung einzustufen ist. Die Frage, ob es gut ist, den Habbos durch solche Kritik Spaß an den Fanseiten zu nehmen, ist grenzwertig zu beantworten. Eine Community, die nur Fanseiten bewertet und Systemfehler lieber diskret an die Besitzer meldet, anstatt öffentlich die Inkompetenz der Fanseitenbesitzer kundzugeben, wäre auf jeden Fall sinnvoller. Für die Betreiber und die User, denn so kann keine zu Kopf steigende Macht entstehen.
Ein anderes Kapitel sind die Preislisten. Im Moment gibt es für das deutsche Habbo nur eine reine Preisliste als Webseite, und viele Newsseiten, die ebenfalls Preislisten anbieten. Eigentlich eine gute Idee, solche Preislisten, wenn nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen würde. Die einzige Preislisten-Webseite rühmt sich selbst damit, sich selbst getestet und sich selbst die Bestnote gegeben zu haben. Wenn man das für sinnvoll hält, bitte! Das wirklich gefährliche an den Preislisten ist nicht das System, sondern die User dahinter, die Preisscouts. Diese werden zwar als Habbos angegeben, die „neutral das Tauschverhalten von Möbelstücken analysieren“, aber wer als Preisscout arbeitet, hat Macht. Macht, die gerne dazu ausgenutzt wird, sich die Preise so zurechtzuschieben, wie man es grade brauch, ganz egal, was der Markt sagt. Und so werden auch im Habbo die Reichen immer reicher, und die Armen immer ärmer, so wie in der analogen Welt. Und sowas schimpft sich dann „Testsieger“. Viele stehen aber über diesem System: Sie verkaufen die Möbel zu ihren Preisen, Fanseiten spielen beim Handel für sie keine Rolle. Andere arbeiten nur von Preislisten. Würden wir jetzt alle Preislisten abschalten, würden erst viele jammern, weil sie keine Ahnung von Handel haben, aber bald würden sie auf eigenen Beinen stehen und selbst abschätzen können, was wie viel wert. Ganz ohne manche korrupte Preisliste, die sich sowieso nie einig sind, wie viel was grade Wert ist. Ohne sie wären wir besser dran, was der Handel angeht.
Das letzte und gleichzeitig das schlimmste Kapitel des Fanseitenkrieges ist der ewige Kampf um die Spitze des Habbo-Webradio-Gewerbes. Früher war es für die Zuhörer leicht: Es gab nur ein Radio, und das war schon ausreichend. Wer hört schon mehrere Radios auf einmal. Aber das Blatt wendete sich, und es wurden Radios aus dem Boden gestampft, weil man endlich das hören wollte, was man will. Viele stürzten dabei gleich wieder ein und sind schon wieder verschwunden, aber einige haben sich ausgebaut und konkurrieren jetzt gegeneinander um die Zuhörer. Mehrere Radios in einem Hotel, das ist doch normal, im Realen haben wir ja auch Wahlmöglichkeiten. Aber wieder kommen Lug, Betrug und Gier zum Einsatz, und das auf allerschlimmste Sorte: Mit Spamangriffen auf die Gegenspieler versuchen die Radios, Zuhörer zu gewinnen. Sie fluten die Räume und spammen die Zuhörer mit Werbung voll. Gerne greifen sich auch die DJ’s gegenseitig an und machen vor Beleidigungen nicht halt. Die Besitzer versuchen das zu kompensieren, doch das wird niemals funktionieren, solang der DJ seine Sendung gestalten kann, wie er möchte. Manche Radios wissen sich auch nur damit zu helfen, das Team mit Beschimpfungen und Drohungen anzutreiben und das ganze Hab und Gut der DJ’s zu verzocken, um die Zuhörerzahl anzutreiben. Und ganz andere machen einfach gar nichts, außer die Sendezahlen zu schönen und aufzupushen. Viele Methoden sind zweifelhaft. Es wäre so einfach, den Krieg ruhen und jedes Radio für sich existieren zu lassen, aber das kann man offenbar nicht, denn das höchste Ziel jeder Fanseite ist es, offiziell zu werden und alle anderen hinter sich zu lassen. Also geht der Krieg weiter.
Und wie wird er weitergehen: Es werden immer mehr Fanseiten mit immer nutzloseren Projekten kommen. Manche Fanseiten versuchen sich als Bilddatenbank, manche als spezielle Kritikerseite und andere öffnen jedem 12jährigen die Pforten zu einer Fanseite. Neue Radios kommen, die dann immer weiter den Krieg anfachen, und andere Fanseiten mutieren plötzlich zu Projekten, die keinen Habbo mehr interessieren. Und so wird das Netz der Fanseiten immer schwärzer, immer undurchdringlicher und immer verflochtener. Und wer soll dieses Gewirr lösen? Dazu wäre nur Sulake fähig, beispielsweise durch das Abschaffen offizieller Seiten oder das Verbot der Nutzung von Bildmaterial durch Dritte. Manche wünschen sich so etwas schon lange, damit der Krieg endlich ein Ende hat, aber ob es dazu kommen wird, ist mehr als unwahrscheinlich. Daher muss man ihn ertragen oder vor ihm fliehen, vor diesem Krieg der Fanseiten. Vielleicht kommt doch noch alles anders, und nach all der Zeit werden Fanseiten wieder das, was sie mal waren: Seiten, die den Usern wieder Spaß machen, ohne den finsteren Hintergrund von Korruption, Habgier und Machtkämpfen.
Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und nicht die des Habbonews Teams.

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